Grazer Piraten

Trotz des allgemein eher traurigen Zustands der österreichischen Piratinnen kann ich jeder und jedem nur raten, bei der kommenden Grazer Gemeinderatswahl die Piratenpartei zu wählen – sie hätten sich den Erhalt des Mandats von Philip Pacanda (oder sogar zusätzliche Mandate für Florian Lammer und Peter Grassberger) mehr als verdient. Eine kurze Auflistung von Gründen:

  • Die Kandidaten auf der Wahlliste sind integere und vertrauenswürdige Menschen; für die Zuverlässigkeit und Kompetenz der ersten drei kann ich mich persönlich verbürgen. Pacanda hat seine Tätigkeit im Gemeinderat (im Unterschied zu vielen anderen Mandatarinnen) als Vollzeitberuf ausgeübt und ist laut einer Analyse der Kleinen Zeitung vom April 2016 der drittaktivste Gemeinderat, obwohl er keinen Klub und keinen großen Parteiapparat hinter sich hat. Die Kandidaten auf Platz 2 und 3 sind junge, progressive und schlaue Menschen; die bisherige Gemeinderatsarbeit wurde von den Grazer Piraten in gemeinschaftlicher Tätigkeit bewältigt, Lammer und Grassberger sind also auch schon eingearbeitet.
  • Nach der Erhöhung der Parteienförderung im Jahr 2013, welche die Grazer Piraten ablehnt, haben sie den Grazerinnen diese zusätzlichen Gelder wieder zurückgegeben. Mittels Online-Partizipation wurde auf Bürgerinnenbudget.at entschieden, an welche Grazer Projekte und Einreichungen das Geld ausbezahlt wird.
  • Das Programm (PDF) ist, soweit ich das als Wiener ohne Detailkenntnis der lokalen Probleme in Graz beurteilen kann, solide aufgestellt. Eine kurze Stichwortliste:

Als klaren Negativpunkt muss ich (so sehr ich die drei genannten Kandidaten schätze) anführen, dass nicht einmal eine einzige Frau auf der Kandidatenliste steht.¹ (Sie haben dafür mittels Unterschriftenleistung der unabhängigen Kandidatin Tatjana Petrovic die Kandidatur ermöglicht, die sich besonders im Themenbereich Migration/Inklusion engagiert.)

¹ Deswegen in diesem Blogpost auch kein generisches Femininum (wo's gelogen wäre).